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Therapie
Die Behandlung bei Lupus erythematodes richtet sich nach dem Stufenschema von leichteren zu schwereren Medikamenten entsprechend der Krankheitsaktivität.
Stufenschema zur Behandlung des Lupus erythematodes:
Antimalariamittel (Chloroquin, Hydroxychloroquin u. a.)
Immunsuppressiva (Azathioprin, Mycophenolatmofetil, Ciclosporin A)
monoklonale Antikörper (Belimumab)
Zytostatika (Cyclophosphamid)
Parallel zu diesen so genannten Basismedikamenten kann Kortison eingenommen werden.
Kortison
Kortison (in der Regel Prednison, z. B. Decortin®, oder Prednisolon, z. B. Decortin H®) kann ohne andere Basismedikamente oder in Kombination mit anderen Basismedikamenten angewandt werden.
Es kann morgens eingenommen oder abends eingenommen werden.
Lodotra® ist ein Prednisonpräparat mit verzögerter Wirkstofffreisetzung vier Stunden nach der Einnahme. Es wird abends eingenommen. Einer Phase-III-Studie zufolge wurde dadurch die Morgensteifigkeit bei rheumatoider Arthritis um 23 Prozent verringert. Das liegt daran, dass die für die Krankheitsaktivität verantwortliche Zytokinfreisetzung einer zirkadianen Tagesrhythmik unterliegt, die in den frühen Morgenstunden am höchsten ist. Auch bei Lupus können damit morgendliche Abgeschlagenheit und Gelenkbeschwerden effektiver behandelt werden als mit morgens eingenommenem Prednison. Die Anwendung bei Lupus erfolgt in Deutschland Off-label, da Lodotra® hierzulande bis jetzt nur für die rheumatoide Arthritis zugelassen ist.
Erfahrungsbericht zu Lodotra®:
http://www.lupus-darmstadt.de/bericht-lodotra.htm
Von Beginn einer Langzeittherapie mit Kortison ist eine Begleittherapie zur Verhütung von Knochenschwund erforderlich (Osteoporoseprophylaxe)! Dies kann zum Beispiel durch die tägliche Einnahme von hochdosierten Kalziumpräparaten in Kombination mit Vitamin D geschehen. Vor Beginn der Kortisontherapie sollte in jedem Fall eine Knochendichtemessung erfolgen. Knochendichtemessungen werden zum Beispiel bei Radiologen und Endokrinologen durchgeführt.
Antimalariamittel
Chloroquin (Handelsname: Resochin®), Hydroxychloroquin (Handelsname: Quensyl®, engl. Plaquenil®). Beides sind vergleichbare Präparate. Basistherapie (fast) jeder Lupus-Patientin, besonders in Kombination mit Kortison, da sie einige Nebenwirkungen von Kortison abschwächen (z. B. günstiger Einfluss auf den Fettstoffwechsel).
Mepacrin (engl. Quinacrine, Handeslname Atebrin®) ist ein Reservepräparat, falls Chloroquin oder Hydroxychloroquin nicht vertragen werden. Es gibt noch weitere Medikamente wie z. B. Dapson, die bei Hautlupus eingesetzt werden.
Immunsuppressiva
Azathioprin, Mycophenolatmofetil (Handelsname: CellCept®), Ciclosporin A (Handelsname: Sandimmun®)
Monoklonale Antikörper
Belimumab (Handelsname: Benlysta®) ist für Lupus-Betroffene mit aktuell positiven ds-DNS-Antikörpern zugelassen.
Rituximab (Handelsname: MabThera®) wird vielversprechend bei Kollagenosen, z. B. Lupus oder Sjögren-Syndrom, eingesetzt.
Tocilizumab (Handelsname: RoActemra®) wirkt gegen Fatigue bei rheumatoider Arthritis. Möglicherweise ist es auch bei Lupus eine interessante neue Therapieoption.
Zytostatika
Cyclophosphamid (Handelsname: Endoxan®)
Endoxanstoßtherapie/Stammzelltransplantation
Für einen kleinen Teil der LE-Betroffenen mit schwersten Organbeteiligungen kommen Behandlungsverfahren wie die Endoxanstoßtherapie und die Stammzelltransplantation in Frage.
"Hochdosis-Endoxantherapie. Persönlicher Erfahrungsbericht." Artikel von Gerhard Arold im "Schmetterling" Nr. 51 (Sept. 2000), S. 23-25. Erschienen auch in: mobil. Magazin der Deutschen Rheuma-Liga 26 (2000), Nr. 5, S. 18-21
Plasmapherese/Immunadsorption
Eine Therapiemöglichkeit besonders für Lupus-Betroffene mit ausgeprägten Medikamentenunverträglichkeiten. Wird leider nicht immer von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Immunglobuline
Eine Therapiemöglichkeit besonders für Lupus-Betroffene in der Schwangerschaft oder mit ausgeprägten Medikamentenunverträglichkeiten. Wird ebenfalls leider nicht immer von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
Medikamente, die möglicherweise die Krankheitsaktivität bei LE verstärken
Es gibt Arzneimittel, die möglicherweise die Krankheitsaktivität bei LE verstärken können (sogenannte "schubauslösende" Medikamente). Die Kenntnis dieser Präparate kann dazu beitragen, die Therapie zu optimieren. Eine ausführliche aktuelle Liste dieser Präparate finden Sie im Ratgeber "Liste schubauslösender Medikamente bei Lupus erythematodes und photosensibilisierender Stoffe" von Dorothea Maxin, Leseproben unter http://www.patientinnenberatung.de/mediliste.htm.
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