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Diagnostik des LE
SLE
Von der amerikanischen Rheumatologen-Vereinigung wurden folgende Kriterien entwickelt, um eine Erkrankung als systemischer Lupus erythematodes (SLE) zu klassifizieren (ACR-Kriterien von 1997):
1. Ein rötlicher Hautausschlag im Gesicht, der sich über beide Wangen ausbreitet ("Schmetterlingserythem"). Er kann relativ flach oder auch erhaben sein, so dass die Haut wie angeschwollen wirkt.
2. Rötlich-schuppige, begrenzte erhabene (discoide) Hautausschläge an anderen Körperstellen.
3. Sonnenlichtempfindlichkeit (Fotosensibilität ), z. B. das Auftreten von Hautausschlägen nach Sonnenbestrahlung.
4. Offene Schleimhautstellen (Ulzerationen) in Mund, Nase oder Rachen.
5. Gelenkschmerzen und -schwellungen (Arthritis), die an mehr als zwei Gelenken auftreten.
6. Rippenfell- oder Herzbeutelentzündung (Pleuritis, Perikarditis).
7. Nierenentzündung (Glomerulonephritis), bei der eine Eiweißausscheidung von mehr als 0,5 g pro Tag und Zylinder im Urin vorliegen.
8. Beschwerden des Nervensystems, zum Beispiel Krampfanfälle oder Psychosen.
9. Eine oder mehrere der folgenden Blutbildveränderungen, sofern keine anderen Ursachen gefunden werden können:
Verminderung der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie mit Retikulozytose),
Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) unter 4000/µl,
Verminderung der Lymphozyten (Lymphopenie) unter 1500/µl,
Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) unter 100.000/µl.
10. Nachweis von einer oder mehreren der folgenden Veränderungen des Immunsystems: ds-DNS-Antikörper, Sm-Antikörper, LE-Zellen, falsch-positiver Syphilistest.
11. Nachweis von antinukleären Antikörpern (ANA).
Die ARA-Kriterien beschreiben nicht das gesamte Krankheitsbild des SLE, sondern greifen lediglich bestimmte Beschwerden und Befunde heraus, die in ihrer Kombination typischerweise bei SLE und weniger bei anderen Erkrankungen auftreten. Darüberhinaus gibt es bei Lupus erythematodes ein großes Spektrum von Krankheitserscheinungen, die in den ARA-Kriterien nicht erwähnt werden. Beispielsweise haben viele SLE-Betroffene Beschwerden im Sinne eines Raynaud-Syndroms, dies kommt jedoch auch bei der Sklerodermie oder dem Sjögren-Syndrom recht häufig vor. Genauso gut können Haarausfall oder Durchfall auch bei vielen anderen Krankheiten auftreten.
Damit die Diagnose SLE gestellt werden kann, müssen mindestens vier dieser Kriterien erfüllt sein. Die Beschwerden und Befunde müssen nicht gleichzeitig vorliegen, sondern können auch im Lauf der Zeit nacheinander auftreten. Andere Formulierungen für die Diagnose "SLE" lauten zum Beispiel: "Kollagenose (LED)", "LED" oder "syst. Lupus erythematodes". "LED" ist die Abkürzung für die lateinische Bezeichnung "Lupus erythematosus disseminatus", was das Gleiche bedeutet.
Rheumafaktoren haben für die Diagnose des LE keine besondere Bedeutung.
(Aus: "Mein Lupus erythematodes Tagebuch" von Dorothea Maxin, Darmstadt: Verlag für Neue Medizin, 2003, S. 18-19.)
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